Das war’s. Einfach so.

Als ich meinen ersten Roman fertig geschrieben hatte, war mir so feierlich zumute, dass ich gar nicht mehr geradeaus gucken konnte.

Das Gefühl geht mir hier derzeit vollkommen ab, und ich glaube, das liegt daran, dass ich inzwischen so genau weiß, dass “fertig” nicht fertig bedeutet. Die Rohfassung von Leo ist zu Ende geschrieben und von meiner Lieblingstestleserin testgelesen und jetzt im Lektorat.
Vielleicht wird es Zeit, dass ich Leo nicht mehr Leo nenne, sondern den offiziellen Titel nutze. Also: Wenn ich dich nicht erfunden hätte ist im Lektorat.
Und ich… Ich versuche, das Getöse in der Besenkammer zu ignorieren. Wenn die Tür aus Metall wäre, hätte sie bereits Beulen. Dolores Umbridge wird da drin ziemlich ungnädig.
Klar.
Wir hatten ja auch einen Deal, sie und ich. Ich habe ihr versprochen, dass ich sie rauslasse, am Ende.
Aber so weit sind wir noch nicht. Also, sie schon. Sie will dringend raus. Letzte Woche gab es einen Tag, da hat sie es irgendwie geschafft, das Schloss zu knacken, und ich habe mich in letzter Sekunde gegen die Tür werfen und sie zudrücken können.
Eindeutig wird Dolores da drin nicht mehr lange zufrieden sein, da nützen alle rosa Bonnschen der Welt nix.

Was ich dann mache, werde ich sehen. Bis dahin hoffe ich, dass das Lektorat meiner lieben Ink-Rebels-Kollegin Jenny so grausam und gnadenlos ausfällt, wie Lektorate sein müssen, und dass sie mir dennoch den Text zurückgeben wird mit mehr als einem freundlichen “echt schönes Buch, du”. (Genaugenommen hat sie das mit den ersten Seiten schon getan. Da stehen sehr sehr nette Sachen am Rand.)

Dolores, ich und November sind keine gute Kombination.
Ich könnte sie einfach mit einem neuen Buch ablenken. Vielleicht mach ich das. Ich geb ihr was zu lesen.

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