Der Soundtrack

Mit Büchern ist das wie mit Babys.
Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich es für Quatsch gehalten, aber es ist wirklich so.

Mir haben schon öfter Mütter erzählt, dass unterschiedliche Babys schon im Bauch unterschiedlichen Musikgeschmack hatten und sie in der Schwangerschaft auf einmal Musik mochten, die sie vorher schrecklich fanden oder andersherum.
Bei Büchern ist das genauso. Jedes Buch hat seine eigene Musik – meine zumindest.

Mein Erstling spielt in Kalifornien, und als ich ihn schrieb, hatte ich ganz schreckliches Heimweh, deswegen wird mein Soundtrack dafür immer Hollywood Hills sein, selbst wenn das Buch erst dann veröffentlicht werden sollte, wenn Samu 75 ist und ich 80 und die Golden Lantern Road längst vom Pazifik überspült.

Der Zweitling, den ich gerade zu Ende überarbeitet und agenturfein gemacht habe, hat auch einen Soundtrack: Klaviermusik von Jean Sibelius, passend zu den Weiten Kanadas, nach denen meine Protagonistin sich sehnt. Deswegen läuft hier seit Tagen diese Playlist hoch und runter:

Tja, und nun Leo.
Leo hat schon 100 Seiten, aber noch keinen Soundtrack.
Mit dem Kopf würde ich sagen, es muss etwas sein, das gleichzeitig weich und zornig ist. Gleichzeitig sehr heile und sehr schmutzig.
Blues vielleicht.
Aber vielleicht ist es auch was ganz anderes, und die Musik wird mich in den nächsten Tagen finden.

Was hört Ihr gerade so?

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